Bieber

Bieber waren im Spessart seit Jahrhunderten ausgestorben bzw. ausgerottet. Vor gut 25 Jahren wurden einzelne Tiere wieder angesiedelt. Da sie unter strengen Schutz stehen und kein natürlichen Feinde haben, konnten sie sich inzwischen prächtig vermehren. Im Spessart dürfte es kaum ein Tal geben, das noch kein Bieberrevier beherbergt. Informationen bieten u.a. aufgestellte Tafeln wie diese hier in der Nähe von Heigenbrücken:

Infotafel Bieber

Durch seine Bautätigkeit schafft der Bieber echte Naturschutzgebiete. Kein Traktor, Bagger oder sonstiges Gerät kommt in das amphibische Gebiet mehr hinein. Verbotsschilder wie sie sonst bei Naturschutzgebieten üblich sind, sind unnötig. Die Natur kann sich ungestört entfalten.

Die Bilder unten aus dem Sinntal zeigen die Elemente eines Bieberreviers: aufgestaute Wasserflächen, gefällte Bäume, Dämme und schließlich die Bieberburg.

In und um Heigenbrücken gibt es mehrere Bieberreviere. Anstatt diese als willkommene Ergänzung zu dem vorhandenen Tierpark zu sehen und mit dem Bieber zu werben, regt man sich in der einstigen Fremdenverkehrshochburg nur auf.

Während Büsche und Bäume in Ufernähe dezimiert werden, profitiert die Natur in den amphibischen Bereichen, z. B. das seltene Wollgras.

Der Bieber hat einen Teil des Kurparks unter Wasser gesetzt. Besonders im Winter kann man den großen Damm gut erkennen. Und man sieht deutlich, wie hoch das Wasser aufgestaut wurde. Damit es nicht zu hoch wird, kommt regelmäßig der örtliche Bauhof (mit Genehmigung der Naturschutzbehörde) und baut den Damm etwas zurück.

Wenn Bäume längere Zeit im Wasser bzw. in durchweichtem Boden stehen, drohen sie umzustürzen und sie sterben ab. Dabei entsteht eine vielfältige Naturlandschaft. Trockene Stellen oben auf den  Wurzelballen und tiefere Wasserlöcher unmittelbar daneben. In Heigenbrücken wollte man darauf nicht warten und sägte die betroffenen Bäume einfach um. Soweit ich weiß, war der Bereich als Naturschutzgebiet ausgewiesen!

Im Weihersgrund hatte der Bieber den Durchlass eines Straßendammes verschlossen und dadurch einen größeren See aufgestaut. Der Durchlass wurde von der Forstverwaltung wieder geöffnet, die Bäume, die im Wasser gestanden waren, sind aber abgestorben.

Im Stadtgebiet von Lohr zeigt sich, dass ein Bieber auch solch ein Gebiet besiedeln kann. Aufstauen braucht er hier nicht, der Bach ist tief genug. (Weitere Bilder von Lohr siehe hier)