Dammbach

Dammbach: alternative Fakten

Dammbach ist eines der typischen Straßendörfer des Spessart. Die Touristenbusse, die am Rohrbrunn von der Autobahn abfahren in Richtung Schloss Mespelbrunn, kommen als erstes zu diesem Ort. Am Ortseingang beginnt der Reiseleiter, seine Gäste einzustimmen. Er erzählt, dass das Gebiet heute noch Räuberland heißt.
Wenn früher eine Räuberbande gefasst wurde, seien die Hauptleute gehenkt worden. Das Fußvolk – Männer, Frauen und Kinder – sei auf Wagen geladen und in den Spessart gefahren worden. Alle 10 Meter sei dann eine Familie vom Wagen geworfen worden. Dort wo sie auf den Boden aufgeschlagen sind, mussten sie sich zur Strafe für ihre Räubereien für alle Zeiten ansiedeln. Mache Reiseleiter wissen noch genaueres: Die schlimmsten der Schlimmen, so erzählen sie, wurden nicht an der Straße, sondern tief im Wald ausgesetzt. So sind die Dammbacher Weiler Heppe, Oberschnorrhof und Geishöhe entstanden. Mit wohligem Grauen schauen die Reisenden aus den Busfenstern auf die Häuser und vereinzelt herumlaufenden Menschen…
Die Geschichte ist zwar historisch nicht ganz korrekt, aber doch gut erfunden.

Dammbach: der Ort

Aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Wintersbach und Krausenbach entstand wohl ohne große Begeisterung 1976 ein gut 4 km langes Straßendorf: Dammbach. Das ist nicht der Rekord im Spessart: mit 6 km ist Leidersbach noch ein gutes Stück länger. Das Panoramabild zeigt die westliche Hälfte des Ortsteils Wintersbach vom Ortseingang bis zur Kirche. Wenn Sie das Panoramabild anklicken, öffnet sich über den gesamten Bildschirm ein neues Fenster. Hier kann man mit der Maus oder den Cursorsteuertasten in das Bild hineinzoomen bzw. sich darin bewegen.

Dammbach Wintersbach Panorama

Weitere Panoramen finden sie zusammengefasst hier.
Die Einwohnerzahl von Dammbach ist durch Flüchtlinge und Asylbewerber wieder etwas angestiegen und beträgt gut 1900. Um diese angemessen zu verwalten, leistet sich Dammbach einen hauptamtlichen Bürgermeister.

Dammbach: das neue Gemeindezentrum

Dammbach Gemeindezentrum
Dammbach – Das neue Gemeindezentrum

Das 1,5-Milionen-Projekt wurde 2012 auf Pump finanziert.

Das Bürgerzentrum ist ein Lehrstück darüber, wie sich ein Projekt verselbständigt, wenn ein ehrgeiziger und trickreicher Bürgermeister, ein überforderter Gemeinderat und eine willfährige Verwaltung zusammenarbeiten. Und die Berichte in der Presse wurden praktischerweise vom Leiter der Verwaltungsgemeinschaft höchst persönlich verfasst. Weitere Informationen unter www.a-f-dammbach.de.

Trotzdem: schön ist es geworden.

Dammbach: der Radweg

Eine der größten Attraktionen Dammbachs (Achtung: Ironie!) ist der neue Radweg im Ortsteil Wintersbach aus dem Jahr 2014. Er beginnt irgendwo an der Durchgangsstraße, führt erst parallel dazu und dann in einem großen Bogen über eine mittlere Anhöhe und endet nicht weit entfernt wieder an der Durchgangsstraße. Ca. 500.000 € hat das Teil gekostet. Der Freistaat Bayern hat davon ca. 400.000 € gezahlt, einen weiteren nennenswerten Betrag der Landkreis. Der zuständige CSU-Abgeordnete Winter (der mit dem Eichenzentrum!) hat das Geld kurz vor der Landtagswahl besorgt und ein Staatssekretär ist extra aus München angereist, um bei der Einweihung zu helfen. Weitere ausführliche Informationen finden Sie auf meiner Seite „Alternativen für Dammbach“.

Wenn der Dammbacher Bürgermeister Bauer auf Kritik an dem Radweg antwortet „Was wollen Sie denn, es war doch nicht unser Geld!“, so hat er aus seiner Sicht recht. Solche Projekte zeigen sehr schön, dass der Staat mehr als genug Geld hat.

Dammbach: Güldnertreffen 2017

Alle 2 Jahre treffen sich in Dammbach Besitzer alter Güldner-Traktoren und sonstiger Güldner-Produkte. Die Fa. Güldner hat bis 1969 in Aschaffenburg Traktoren und Dieselmotoren von legendärer Qualität hergestellt. Organisiert wird das Treffen vom Musikverein Dammbachklänge Wintersbach.

Man kann echte Raritäten bewundern wie dieses 20 PS starke Gerät aus dem Jahr 1940:

Bei den Vorführungen sind absolute Könner am Werk. Hier werden 2 Baumstämme über einen aufgeschütteten Hügel bugsiert.

Scharstein und Waldkapelle oberhalb von Dammbach

Oberhalb von Dammbach liegt der Scharstein (ein leerer Bildstock) und ganz in dessen Nähe eine Waldkapelle.

Mauerreste und Podeste auf der Pollershöhe

Auf dem Weg zum Scharstein kommt man an der Pollershöhe vorbei. Dort gibt es unregelmäßig über den Hang verteilt eine Vielzahl von ehemaligen Podesten. Diese sind auch heute noch deutlich zu erkennen. Über ihre Nutzung gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Die häufigste Erklärung ist, dass dort Weinbau betrieben wurde. Ich würde noch eine 2. Theorie aufstellen: Vielleicht nicht Wein-, sondern Obstanbau. Durch die Terrassen erwärmt sich der Boden schneller und die Steine speichern die Wärme. Dadurch könnte die Ernte verfrüht oder Nachtfröste entschärft werden. Über den Podesten verläuft eine teils verfallene Wildmauer.

Dammbach: der Weiler Oberschnorrhof

Weil es Zuschüsse der EU gab, wurde am Oberschnorrhof ein barrierefreier Rundweg unter dem Motto „Nähe und Weite“ eingerichtet. Wie das gemeint ist, sieht man schön, wenn man auf der Bank in der letzten und größten Plattform sitzt: in der Nähe die schöne Sandsteinmauer und weit weg der Spessart.

Trotzdem: Das Gebiet um den Oberschnorrhof  mit seinen artenreichen Magerrasenflächen und der weiten Aussicht gehört zum schönsten Gebieten des Spessart und gut essen kann man in der dortigen Gaststätte auch.

Der Landwirt, der hier seine Felder bestellt, lässt auch der Natur noch ihren Raum (Anfang Juni 2018)

Auch Anfang November (2016) ist der Magerrasen – wenn er nicht kurz vorher gemulcht wurde – noch voller Blüten und Pilze:

Nur selten liegt mehrere Wochen lang eine geschlossene Schneedecke so wie im Januar 2017

Dammbach: der Weiler Geishöhe

Wahrzeichen der Geishöhe ist ein Aussichtsturm: der Ludwig-Keller-Turm.

Er ist ein Beispiel für kreatives Geldausgeben: Die Nationalsozialisten schalteten ab 1933 alle Vereine gleich und konfiszierten auch deren Vermögen. Wenigstens letzteres wollte der damalige Spessartbund verhindern und suchte eine Möglichkeit, das vorhandene Geld schnellstmöglich auszugeben. Das Ergebnis kann man heute noch bewundern und besteigen.

Auf dem letzten Bild sieht man im Hintergrund eine wunderschöne Inversionsschicht. Unter ihr in der kalten Luft sammeln sich Staub und Abgase, darüber dann die saubere wärmere Luft.

Bei klarer Sicht sieht man im Hintergrund die Skyline von Frankfurt. Damit man sie auch auf dem Bild unten sehen kann, ist es besonders groß hinterlegt und wird auch so angezeigt.

Geishöhe Panorama Frankfurt
Panorama Frankfurt und Untermainebene, gesehen vom Keller-Turm aus

Zu den letzten beiden Bildern oben: Man kennt das vom Fernsehen: wenn der Bauer eine Frau sucht, dann räumt er vor deren erstem Besuch den Hof auf. All seine Schätze, die sie nicht sehen soll oder die sie stören könnten, lagert er dann irgendwo außer Sichtweite auf einem Acker in der freien Natur. Er darf das, so sagt er. Er sei ja schließlich ein privilegierter Bauer.

Das Dammbachtal mit den namensgebenden Dämmen

Der Dammbach fließt vom Rohrbrunn bis zu dem gleichnamigen Ort. Danach mündet er in die Elsava. Im Talgrund müht sich eine Rinderherde, das Tal offenzuhalten und eine Verbuschung zu verhindern.

Das Tal und damit auch die beiden Dämme aus der Zeit, als noch Brennholz in dem Bach getriftet wurde, ist kaum zugänglich. Der Bauer, dessen Rinderherde den Talgrund freihält, hat alles mit einem Elektrozaun abgegrenzt. Hier der größere der beiden Triftdämme:

Einige hundert Meter oberhalb liegt der kleinere der beiden Triftdämme: