Hafenlohrtal

Zukünftiges Eichenzentrum Erlenfurt im Hafenlohrtal?

Erlenfurt, Eichenzentrum Spessart

Wegen der aktuellen Diskussion um das Eichenzentrum im Hofgut Erlenfurt habe ich dieses Kapitel mal an erste Stelle gerückt. In aller Kürze: MdL Peter Winter (CSU) hatte mit seinem Verein „Wir im Spessart“ praktisch im Alleingang einen Nationalpark Spessart verhindert. In die Geschichtsbücher will er aber als jemand eingehen, der Großes für den Spessart bewirkt hat. Dafür hat er sich ein Projekt ausgedacht: ein Eichenzentrum in Hafenlohrtal im leerstehenden Hofgut Erlenfurt. Kostenstand derzeit (Juni 2018: 26,5 Mio. Das Eichenzentrum soll einerseits Tagungsstätte mit ca 45 Übernachtungsplätzen sein. Andererseits sollte es auch Touristen anziehen z.B. mit einer Dauerausstellung zum Thema Spessartwald. Dass die Erreichbarkeit sehr schlecht und die ganze Anlage ziemlich marode ist, stört Herrn Winter überhaupt nicht. Genausowenig stört ihn die Skepsis bzw. Ablehnung der meisten Fachleute und Betroffenen. Mehr dazu auf meiner Seite eichenzentrum.eu.

Natürlich gäbe es auch Alternativen, wenn man schon viel Geld ausgeben möchte. Eine wäre ein Freilichtmuseum Spessart. Mehr dazu ebenfalls auf meiner Seite a-f-dammbach.de.

Das zukünftige Eichenzentrum wird ironischerweise von einem Naturschutzgebiet „Auenwald bei Erlenfurt“ umgeben. Warum also nicht ein Erlenzentrum?

Auf der anderen Talseite oberhalb des Naturschutzgebiet ist der Löwensteinsche Wald durch einen Zaun abgegrenzt:

Das Hafenlohrtal

Die Quelle der Hafenlohr liegt in Rothenbuch, genauer im Hof des dortigen Schlosses. Das Schloss ist aktuell Tagungshotel und nur für Tagungsgäste geöffnet. Die Quelle ist nicht zugänglich.

Vor dem Schloss hat man dem im ganzen Spessart verehrten und von einem Jäger erschossenen Wilderer Johann Adam Hasenstab ein Denkmal gesetzt. Er stammte aus Rothenbuch, wo der Name heute noch verbreitet ist. Genau gegenüber steht das Forstamt Rothenbuch, übrigens das älteste in ganz Bayern. Dort hat man mit feinem Humor einen Jäger mit Schießgewehr aufgestellt.

Etwas außerhalb des Ortes liegt die alte Gemeindemühle. Sie wurde das letzte mal 2009 grundlegend renoviert. Am Mühlrad verdunstet viel Wasser. Das erzeugt in unmittelbarer Umgebung der Mühle ein sehr feuchtes Mikroklima. Auch im sehr trockenen Sommer 2018 ist die Vegetation üppig.

Über das Hafenlohrtal schrieb Kurt Tucholsky 1927 bei einer Einkehr in die Lichtenau: „Dies ist eine alte Landschaft, die gibt es gar nicht mehr, hier ist die Zeit stehen geblieben. Wenn Landschaft Musik macht, dies ist ein deutsches Streichquartett“. Diese Landschaft gibt es auch heute noch, praktisch unverändert. Sie zu erleben ist aber nur eingeschränkt möglich. Über weite Strecken ist das Wandern durch das Tal nicht möglich. Im oberen Teil ist ein ca 4 km langer Bereich als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Betreten ist dort verboten, abgesehen von einem kurzen Bohlenweg quer durch das Tal, dem Glaswiesenweg. 2 Parkplätze gibt es an der Straße, von denen man von oben in das gelobte Land schauen kann. Von dort sind auch die Bilder unten entstanden.

Im Juli stehen die Wiesen am Glaswiesenweg in voller Blüte.

Es ist Mitte August. Ein Teil der Wiesen im Naturschutzgebiet sind inzwischen gemäht. Von der ursprünglichen Blütenvielfalt sind nur noch Reste erhalten. „Ist das Mähen im Naturschutzgebiet überhaupt erlaubt?“ fragen sich viele. Die Antwort ist „ja, es ist sogar notwendig“. Man muss wissen, dass hier nicht ein ursprünglicher Naturzustand geschützt werden soll, sondern ein Zustand, den der Mensch in Jahrhunderten geschaffen hat. Würde nicht gemäht, dann verbuschen die Wiesen und es entsteht ein Wald.

Mitte Oktober ist es endgültig Herbst im Hafenlohrtal.

Auch der Winter hat seine schönen Seiten:

Und so  wie bei Erlenfurt sähe es aus, wenn die Wiesen des Naturschutzgebietes nicht regelmäßig gemäht würden:

 

Unterhalb des Naturschutzgebietes ist das Hafenlohrtal nur dünn besiedelt und extensiv bewirtschaftet

In dem Ort Hafenlohr mündet die Hafenlohr in den Main. Sehr hochwertige Tonvorkommen waren die Grundlage für die Arbeit mehrerer Töpfereien. Im Jahr 2000 hat der letzte derartige Betrieb in Hafenlohr geschlossen. Lediglich das „Töpferhaus“ erinnert noch an diese Tradition.

Informatiionen:

Spessartprojekt

BayernAtlas