Dammbach

Wer sich für die Politik in Dammbach interessiert, dem sei die Seite Alternativen für Dammbach (www.a-f-dammbach.de) empfohlen. Unter dem Motto „Wir sind sauer auf Bürgermeister Bauer“ wird die Politik des Bürgermeisters Roland Bauer kritisch und ironisch beschrieben. Die einzelnen Beiträge werden immer wieder ergänzt. Es lohnt also für Freunde der Kommunalpolitik, immer mal wieder die Seite zu besuchen. Sie werden feststellen: beim Tricksen und Intrigieren können die Kleinen mit den Großen in Berlin allemal mithalten.

Dammbach: alternative Fakten

Dammbach ist eines der typischen Straßendörfer des Spessart. Die Touristenbusse, die am Rohrbrunn von der Autobahn abfahren in Richtung Schloss Mespelbrunn, kommen als erstes zu diesem Ort. Am Ortseingang beginnt der Reiseleiter, seine Gäste einzustimmen. Er erzählt, dass das Gebiet heute noch Räuberland heißt.
Wenn früher eine Räuberbande gefasst wurde, seien die Hauptleute gehenkt worden. Das Fußvolk – Männer, Frauen und Kinder – sei auf Wagen geladen und in den Spessart gefahren worden. Alle 10 Meter sei dann eine Familie vom Wagen geworfen worden. Dort wo sie auf den Boden aufgeschlagen sind, mussten sie sich zur Strafe für ihre Räubereien für alle Zeiten ansiedeln. Mache Reiseleiter wissen noch genaueres: Die schlimmsten der Schlimmen, so erzählen sie, wurden nicht an der Straße, sondern tief im Wald ausgesetzt. So sind die Dammbacher Weiler Heppe, Oberschnorrhof und Geishöhe entstanden. Mit wohligem Grauen schauen die Reisenden aus den Busfenstern auf die Häuser und vereinzelt herumlaufenden Menschen…
Die Geschichte ist zwar historisch nicht ganz korrekt, aber doch gut erfunden.

Dammbach: der Ort

Aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Wintersbach und Krausenbach entstand wohl ohne große Begeisterung 1976 ein gut 4 km langes Straßendorf: Dammbach. Das ist nicht der Rekord im Spessart: mit 6 km ist Leidersbach noch ein gutes Stück länger. Dafür kann Dammbach mit anderen Rekordzahlen aufwarten: es hat die höchste Verschuldung (pro Kopf) im Landkreis AB und den höchsten Anteil an AfD-Wählern.
Die Einwohnerzahl ist durch Flüchtlinge und Asylbewerber wieder etwas angestiegen und beträgt gut 1900. Um diese angemessen zu verwalten, leistet sich Dammbach einen hauptamtlichen Bürgermeister.

Dammbach: das neue Gemeindezentrum

Das 1,5-Milionen-Projekt wurde 2012 auf Pump finanziert. Die Folgen: Dammbach hat sich aktuell (2017) eine freiwillige Haushaltssperre verordnet. Und von den Bürgern werden Verbesserungsbei-träge eingezogen, wo immer es geht.

Das Bürgerzentrum ist ein Lehrstück darüber, wie sich ein Projekt verselbständigt, wenn ein ehrgeiziger und trickreicher Bürgermeister, ein überforderter Gemeinderat und eine willfährige Verwaltung zusammenarbeiten. Und die Berichte in der Presse wurden praktischerweise vom Leiter der Verwaltungsgemeinschaft höchst persönlich verfasst. Weitere Informationen unter www.a-f-dammbach.de.

Trotzdem: schön ist es geworden.

Dammbach: der Radweg

Eine der größten Attraktionen Dammbachs (Achtung: Ironie!) ist der neue Radweg im Ortsteil Wintersbach aus dem Jahr 2014. Er beginnt irgendwo an der Durchgangsstraße, führt erst parallel dazu und dann in einem großen Bogen über eine mittlere Anhöhe und endet nicht weit entfernt wieder an der Durchgangsstraße. Ca. 500.000 € hat das Teil gekostet. Der Freistaat Bayern hat davon ca. 400.000 € gezahlt, einen weiteren nennenswerten Betrag der Landkreis. Der zuständige CSU-Abgeordnete Winter hat das Geld kurz vor der Landtagswahl besorgt und ein Staatssekretär ist extra aus München angereist, um bei der Einweihung zu helfen. Weitere ausführliche Informationen finden Sie auf meiner Seite „Alternativen für Dammbach“.

Wenn der Dammbacher Bürgermeister Bauer auf Kritik an dem Radweg antwortet „Was wollen Sie denn, es war doch nicht unser Geld!“, so hat er aus seiner Sicht recht. Solche Projekte zeigen sehr schön, dass der Staat mehr als genug Geld hat.

Dammbach: Güldnertreffen 2017

Alle 2 Jahre treffen sich in Dammbach Besitzer alter Güldner-Traktoren und sonstiger Güldner-Produkte. Die Fa. Güldner hat bis 1969 in Aschaffenburg Traktoren und Dieselmotoren von legendärer Qualität hergestellt. Organisiert wird das Treffen vom Musikverein Dammbachklänge Wintersbach.

Man kann echte Raritäten bewundern wie dieses 20 PS starke Gerät aus dem Jahr 1940.

Bei den Vorführungen sind absolute Könner am Werk. Hier werden 2 Baumstämme über einen aufgeschütteten Hügel bugsiert:

Dammbach: Scharstein und Waldkapelle

Oberhalb von Dammbach liegt der Scharstein (ein leerer Bildstock) und ganz in dessen Nähe eine Waldkapelle.

Mauerreste und Podeste auf der Pollershöhe

Auf dem Weg zum Scharstein kommt man an der Pollershöhe vorbei. Dort gibt es unregelmäßig über den Hang verteilt eine Vielzahl von ehemaligen Podesten. Diese sind auch heute noch deutlich zu erkennen. Über ihre Nutzung gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Die häufigste Erklärung ist, dass dort Weinbau betrieben wurde. Ich würde noch eine 2. Theorie aufstellen: Vielleicht nicht Wein-, sondern Obstanbau. Durch die Terrassen erwärmt sich der Boden schneller und die Steine speichern die Wärme. Dadurch könnte die Ernte verfrüht oder Nachtfröste entschärft werden. Über den Posten verläuft eine teils verfallene Wildmauer.

Dammbach: Weiler Oberschnorrhof

Weil es Zuschüsse der EU gab, wurde am Oberschnorrhof ein barrierefreier Rundweg unter dem Motte „Nähe und Weite“ eingerichtet. Wie das gemeint ist, sieht man schön, wenn man auf der Bank in der letzten und größten Plattform sitzt: in der Nähe die schöne Sandsteinmauer und weit weg der Spessart.

Trotzdem: Das Gebiet um den Oberschnorrhof  mit seinen artenreichen Magerrasenflächen und der weiten Aussicht gehört zum schönsten Gebieten des Spessart und gut essen kann man in der dortigen Gaststätte auch.

Auch Anfang November (2016) ist der Magerrasen – wenn er nicht kurz vorher gemulcht wurde – noch voller Blüten und Pilze:

Nur selten liegt mehrere Wochen lang eine geschlossene Schneedecke so wie im Januar 2017.

Dammbach: Die Geishöhe

Auch der Ludwig-Keller-Turm auf der Geishöhe ist ein Beispiel für kreatives Geldausgeben: Die Nationalsozialisten schalteten ab 1933 alle Vereine gleich und konfiszierten auch deren Vermögen. Wenigstens letzteres wollte der damalige Spessartbund verhindern und suchte eine Möglichkeit, das vorhandene Geld schnellstmöglich auszugeben. Das Ergebnis kann man heute noch bewundern und besteigen.

Auf den Bildern oben sieht man im Hintergrund eine wunderschöne Inversionsschicht. Unter ihr in der kalten Luft sammeln sich Staub und Abgase, darüber dann die saubere wärmere Luft.

Bei klarer Sicht sieht man im Hintergrund die Skyline von Frankfurt. Damit man sie auch auf dem Bild unten sehen kann, ist es besonders groß hinterlegt und wird auch so angezeigt. Will man von dieser Großdarstellung wieder zurück zur Seite, geht das ausnahmsweise nur mit dem Pfeil rückwärts links oben im Brwoserfenster.

Dammbach Geishöhe
Aussicht vom Ludwig-Keller-Turm auf der Geishöhe bei Dammbach

 

Weitere Informationen:
Spesartprojekt
Karte des BayernAtlas