Der Spessart

Spessartbilder.eu zeigt fast 2000 hochwertige Bilder vom Spessart und seinen Randgebiete. Keine andere Seite im Internet bietet vergleichbares. Die Bilder sollen dazu anregen, den Spessart selbst einmal zu erkunden. Und diese Anregung ist heute in Corona-Zeiten, in denen aktuell Auslandsreisen nicht unproblematisch sind, aktueller denn je.

Der Spessart ist ein Mittelgebirge zwischen Odenwald und Rhön. „Kinzig, Sinn und Main rahmen den Spessart ein“ sagt ein alter Merkspruch. Eigentlich ist der Spessart recht unspektakulär. Es gibt keine schroffen Felsen, tiefe Schluchten oder kantige Gipfel mit grandiosen Aussichten. Die höchste Stelle, der Geiersberg, ist gerade einmal 586 m hoch und von der ehemaligen B8 aus bequem auch mit einem Krankenfahrstuhl erreichbar. Zum Vergleich: Für München wird eine Höhenlage von 519 m angegeben, In der benachbarten Rhön hat der höchste Berg, die Wasserkuppe, schon 950 m.

Aktuell: Motorradfahrer im Spessart

Besonders an Wochenenden mit schönem trocknem Wetter werden Motorradfahrer im Spessart zunehmend als massives Ärgernis angesehen. Illegale Rennen, überlaute Auspuffanlagen und das wiederholte Auf- und Abfahren von kurvenreichen Gefällstrecken sind einige der Gründe. Welches Ausmaß das Problem inzwischen angenommen hat, konnte man beispielsweise am 5. Juli 2020 in Wiesbaden sehen. Fast 10.000 Motorradfahrer demonstrierten dafür, ihr Hobby uneingeschränkt auf allen Straßen ausüben zu können. Am nächsten Tag waren sie dann wieder alle im Spessart und Odenwald unterwegs.

Die Lösung des Problems wäre eigentlich ganz einfach: Straßen sind Verkehrswege. Jeder kann sie benutzen, um vom Ort A nach dem Ort B zu gelangen. Auch Motorradfahrer! Sie sind aber kein Freizeitgelände, kein Sportplatz und keine Arena für pfauenhaftes Imponiergehabe. Wenn dieser Grundsatz nicht mit einem vertretbaren Aufwand von der Polizei durchgesetzt werden kann, dann müssen halt wie im Odenwald auch bestimmte Strecken an Wochenenden für Motorradfahrer komplett gesperrt werden. Und zwar möglichst schnell. Auch wenn unser komischer Verkehrsminister gegen jede Einschränkung ist. Nur: Andy Scheuer liegt grundsätzlich falsch. Wenn er für etwas ist, dann sollte eigentlich immer das Gegenteil gemacht werden.

Spessart-Räuber, Wilderer und Schneewittchen

Fragt man einen Besucher, woran er bei dem Namen „Spessart“ denkt, wird er mit Sicherheit Spessarträuber, Schoss Mespelbrunn, Wilderer und Spessarteichen nennen. Der Film „Das Wirtshaus im Spessart“ aus dem Jahr 1958 hat ganze Arbeit geleistet und das Bild vom Spessart ganzer Generationen nachhaltig geprägt.

Schloss Mespelbrunn, das in dem Film eine zentrale Rolle spielt, ist der einzige Hotspot im Inneren des Spessart. Hier drängen sich im Sommer die Besuchergruppen. In Coronazeiten sollte man an solchen Orten vorsichtig sein. Ansonsten verteilen sich die Besucher gleichmäßig über die vielen Wanderwege. In den letzten Jahren konnte man unter der Woche bei bestem Wetter stundenlang unterwegs sein, ohne auf andere Besucher zu stoßen. Auch an eigentlich attraktiven Zielen wie dem Wiesbüttmoor, dem NSG Rohrberg oder im Hafenlohrtal.

Das Spessarträuberland

Eine ganze Region nennt sich heute offiziell Räuberland. Eigentlich sollte sie Spessarträuberland heißen, aber ein Schnapsfabrikant hatte sich den Namen Spessarträuber schon vorher gesichert und dann verhindert, dass es ein Spessarträuberland gibt. Trotzdem: ganze Dörfer berufen sich darauf, dass ihre Vorfahren dieses ehrenwerte Gewerbe ausgeübt haben. Genauso wie manch ein Dorfbürgermeister, der mit dem offiziellen deutschen Recht seine Probleme hat und sich dann am liebsten auf seine Abstammung und das für ihn geltende Spessartrecht berufen möchte (siehe dazu meine Spezialseite über Dammbach).

Wilderer Hasenstab Spessart
Denkmal für den Spessart-Wilderer Hasenstab in Rothenbuch

Wilderer im Spessart

Ein ähnliches Phänomen ist der Erzwilderer Johann Adam Hasenstab, der am 3. Juni 1773 von einem Jäger erschossen wurde und der heute noch im Spessart verehrt wird ähnlich wie Jürgen Klopp in Liverpool. Erst 2018 wurde ihm in seinem Geburtsort Rothenbuch ein neues Denkmal gesetzt.

Schneewittchen aus Lohr am Main

Und dann noch Schneewittchen in Lohr am Main: Früher warb der Ort mit dem Slogan „Lohr, das Spessarttor“. Heute glaubt man fest daran, dass Schneewittchen im Lohrer Schloss als Prinzessin gelebt hat und bei kleinwüchsigen Bergleuten in Bieber im Spessart Zuflucht vor seiner bösen Stiefmutter gefunden hat. Daher jetzt der Zusatz Schneewittchenstadt. Ein genialer Marketing-Gag war es, als die Stadt für teures Geld eine merkwürdige Schneewittchen-Figur fertigen und vor der neuen Stadthalle aufstellen ließ. Über die Grenzen Deutschlands hinaus berichteten Medien vom Lohrer „Horrorwittchen“ und machten damit Werbung für Lohr.

Zurück zu den Fakten

Im südlichen Teil des Spessart liegt das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands mit den berühmten Spessarteichen. Im Mittelalter war hier königlicher Bannwald. Nur der König und seine Gefolgschaft durften hier jagen bzw. das Holz nutzen. Später ging das Jagdrecht auf die Landesherren über. Heute ist hier großflächiger Adelsbesitz bzw. bayerischer Staatsfort. Das NSG Rohrberg ist das älteste Bayerische Naturschutzgebiet. Hier wurden mächtige  Spessarteichen unter Naturschutz gestellt. Heute liegen sie größtenteils als – immer noch beeindruckende – Relikte am Boden. Man kann hier lernen: Eichenwälder gibt es im Spessart nur, wenn sie der Mensch pflanzt und pflegt.

Die dünne Besiedelung des Spessart kam sicher den Räubern und Wilderern zugute. Genauso wie die Zersplitterung in viele kleine Herrschaftsbereiche. Hatte man auf der Flucht die nächste Grenze überschritten, war man in Sicherheit. Auch die Existenz der vielen Klein- und Kleinststädte im Maintal ist auf diese territoriale Zersplitterung zugückzuführen.

Landwirtschaft im Spessart war wohl nie sonderlich ertragreich. Mit großer Mühe wurden früher die Wiesentäler überall mit Bewässerungsanlagen ausgestattet, um mehrere Heuernten im Jahr zu erzielen. Viele dieser Wiesentäler stehen heute unter Naturschutz. Insgesamt gibt es im Spessart ca. 90 Naturschutzgebiete.

Gliederung der Spessart-Bilder

Um Inhaltsverzeichnis und Seitennavigation übersichtlich zu halten, habe ich mir für meine Spessart-Bilder folgende Gliederung erdacht:

Spessart Hirsch

Allgemeines zum Spessart

Hier kommen Themen allgemeiner Art, die nicht lokal zuordenbar sind, z. B. Wald, Tierparks, Wiesentäler im Spessart, Biber im Spessart u. s. w.

Mainviereck

Wasser, Weinbau und kleine Ortschaften mit großer Geschichte prägen das Mainviereck. Viele Städte und Burgen wurden hier im Mittelalter angelegt. Bis heute haben sich die meisten ihren Charme bewahrt. Miltenberg, Klingenberg, Lohr oder Wertheim sind die bekanntesten.

Spessart Mespelbrunn

Südspessart

Unter dem Südspessart verstehe ich das Gebiet innerhalb des Mainvierecks südlich einer Linie Aschaffenburg – Lohr. Uralte Eichenwälder, Hessenthal und Mespelbrunn, das Hafenlohrtal und der immer noch funktionierende Eisenhammer in Hasloch sind Highligts.

Spessart Sintersbachtalsperre

Nordspessart

Nordspessart ist für mich das Gebiet zwischen Südspessart und dem Kinzigtal. Hervorheben möchte ich das Pumpspeicherkraftwerk im Sindersbachtal, das Wiesbüttmoor und den jüdischen Friedhof in Altengronau, der als einer der größten und schönsten in Süddeutschland gilt.

Der Vorspessart

Kinzigstausee Spessart

Das Kinzigtal

Das Kinzigtal begrenzt den Spessart nach Norden hin. Der ca. 3.5 km lange Stausee wurde vor 50 Jahren angelegt. Orte wie Bad Orb, Gelnhausen oder Steinau an der Straße werden hier vorgestellt.

Amorbach Abteikirche

Die Nachbarschaft

Hier sind Fotos von interessanten Orten, die zwar außerhalb des Spessart liegen, die aber vom Spessart aus leicht zu erreichen sind oder die eine besondere Beziehung zum Spessart haben. Beispiele sind Amorbach oder die Wildenburg.

Hier eine vollständige Seitenübersicht über die Spessartbilder:

 

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