Spessart ist das große Thema dieser Seite. Mehr als 2000 hochwertige Fotos und dazu informative Texte möchten die Vielfalt des Spessarts und seiner Randgebiete vorstellen. Keine andere Seite im Internet bietet vergleichbares. Einen Überblick über die angebotenen Themen gibt die Inhaltsspalte rechts auf dieser Seite. Ist die nicht zu sehen, dann hilft ein Klick auf das Manu-Symbol oben rechts.

Es gibt keinerlei bezahlte Werbung auf meiner Seite. Die seltenen Empfehlungen und Wertungen beruhen auf eigenen, subjektiven Erfahrungen!

Überblick

Spessart ist ein Mittelgebirge zwischen Odenwald und Rhön. „Kinzig, Sinn und Main rahmen den Spessart ein“ sagt ein alter Merkspruch. Eigentlich ist er recht unspektakulär. Es gibt keine schroffen Felsen, tiefe Schluchten oder kantige Gipfel mit grandiosen Aussichten. Daher ist er zum Wandern so gut geeignet. Und für jemanden, der sich intensiver mit ihm beschäftigt, ist er ein Fass ohne Boden.

Sehenswürdigkeiten im Spessart

Auch wer noch nie im Spessart war, kennt trotzdem aus Film und Fernsehen seine touristischen Hotspots: Das Wasserschloss Mespelbrunn oder Orte im Maintal wie Miltenberg und Wertheim. Ich habe für die folgende Übersicht bewusst Orte ausgewählt, die weniger bekannt sind. Einige könnte man als echte Geheimtipps bezeichnen. Jeder einzelne ist einen Besuch wert. Und dieser Satz gilt auch für die Orte rechts in der Übersicht.

Burgruine Wildenstein im Spessart

Wildenstein bei Eschau ist die einzige größere Burgruine innerhalb des Spessart

Eichen im NSG Rohrberg im Spessart

Rohrberg ist das älteste NSG im Spessart. Geschützt wurden alte Eichen.

Rentierflechten im NSG Alzenauer Sande

Rentierflechten wachsen auf den trockenen Dünen der Alzenauer Sande (NSG).

Ruine Kollenburg am Main

Zur Kollenburg muss man hochwandern. Sie ist nicht per Auto erreichbar.

Kirchenhügel von Hessenthal mit 3 Kirchen

In Hessenthal stehen stehen 3 Kirchen mit bedeutsamen Kunstschätzen.

Die Klingelbachschlucht ist eine der wenigen Schluchten im Spessart

Die Klingelbachschlucht bei Triefenstein bietet ein spektakuläres Schauspiel.

Kirche von Urphar

Die uralte Kirche von Urphar und die Mainschleife sind 2 einmalige Sehenswürdigkeiten.

Wiesbüttmoor im Spessart

Das Wiesbüttmoor (NSG) ist das einzige größere Moor im Spessart.

Rexrothfriedhoch

Der Rexrothfriedhof oberhalb des Höllhammer im Elsavatal.

Pumpspeicherwerk Sindersbachtal im Spessart

Das Pumpspeicherkraftwerk im Sindersbachtal speichert gerade nicht benötigten Strom.

Eisenhammer in Hasloch

Noch heute ist der Eisenhammer von Hasloch betriebsbereit.

Besucherbergwerk Grube Wilhelmine

Das Besucherbergwerk Grube Wilhelmine ist eines der schönsten Geotope Bayerns.

Wandern im Spessart

Wegen seiner sanften Oberflächenformen eignet sich der Spessart hervorragend zum Wandern. Daher gibt es auch ein kaum überschaubares Angebot von ausgeschilderten Wanderwegen. Ich möchte hier besonders die Kulturwege des Spessartprojektes empfehlen: Die derzeit 118 Wege sind als Rundwege (ca 4 bis 12 km) konzipiert. An interessanten Punkten stehen Hinweistafeln. Zu jedem Kulturweg gibt es ein kostenloses Faltblatt. Es enthält eine Wegbeschreibung und dem Inhalt der Hinweistafeln. Natürlich sind alle Informationen auch im Internet zu finden. Wer gerne etwas auf Papier in der Hand hat, sollte sich die Faltblätter zuschicken lassen. Zum Ausdrucken ist das Format leider ziemlich ungeeignet.

Es gibt auch eine 196 Seiten starke gedruckte Broschüre, in der 89 Europäische Kulturwege vorgestellt werden. Sie ist kostenlos beim Tourismusverband Spessart-Mainland zu haben (Industriering 7, 63868 Großwallstadt). Zu beachten ist: es sind nicht alle Kulturwege aufgeführt, sondern nur solche aus Gemeinden, die dem Tourismusverband angehören. Außerdem fehlen die Inhalte der Informationstafeln. Trotzdem eine schöne und empfehlenswerte Broschüre.

Spessart-Karten

Gedruckte Karten gibt es in verschiedenen Varianten: Wanderkarten, Freizeitkarten, topographische Karten u.s.w.. Am besten schaut man sich in einer Buchhandlung verschiedene Ausgaben an. Wer im Internet kauft, sollte darauf achten, dass der Verkäufer auch in Deutschland seine Steuern zahlt. Die Preise sind ja überall gleich.

Für den bayerischen Spessart möchte ich im Internet den Bayernatlas empfehlen. Man kann hier verschiedene Hintergründe auswählen, z. B. Topographie, Luftbild oder auch historische Karten von ca. 1850. Dann gibt es noch eine schöne Panoramakarte. Sie ist bei den Fremdenverkehrsbüros kostenlos erhältlich; auch ungefaltet zum Aufhängen. In mäßiger Qualität kann man sie auch aus dem Netz herunterladen.

Spessart-Geschichten

Fragt man einen Besucher, woran er bei dem Namen „Spessart“ denkt, wird er mit Sicherheit Spessarträuber, Schoss Mespelbrunn, Wilderer und das Wirtshaus im Spessart nennen.

Schloss Mespelbrunn

Schloss Mespelbrunn im Spessart

Es ist der einzige Hotspot im Inneren des Spessart. Hier drängen sich im Sommer die Besuchergruppen. In Coronazeiten sollte man an solchen Orten vorsichtig sein.

Oft erzeugen Bilder falsche Erwartungen. Sie sind zu schön. Nicht so bei Schloss Mespelbrunn: Wenn man davorsteht, ist es wirklich so schön wie auf den Bildern.

Das Spessarträuberland

Eine ganze Region nennt sich heute offiziell Räuberland. Eigentlich sollte sie Spessarträuberland heißen, aber ein Schnapsfabrikant hatte sich den Namen Spessarträuber schon vorher gesichert und dann verhindert, dass es ein Spessarträuberland gibt. Trotzdem: ganze Dörfer berufen sich darauf, dass ihre Vorfahren dieses ehrenwerte Gewerbe ausgeübt haben. Genauso wie manch ein Dorfbürgermeister, der mit dem offiziellen deutschen Recht seine Probleme hat und sich dann am liebsten auf seine Abstammung und das für ihn geltende Spessartrecht berufen möchte (siehe dazu meine Spezialseite über Dammbach).

Wilderer im Spessart

Denkmal für den Wilderer Hasenstab in Rothenbuch

Ein ähnliches Phänomen ist der Erzwilderer Johann Adam Hasenstab, der am 3. Juni 1773 von dem Jäger Johann Sator erschossen wurde.

Sein Andenken wird heute immer noch gepflegt. Ein Gedenkkreuz steht an der Stelle, an der er erschossen wurde. Erst 2018 wurde Hasenstab in seinem Geburtsort Rothenbuch ein neues Denkmal gesetzt. Übrigens genau gegenüber dem Forstamt. Und mit feinem Humor wurde dort die Figur eines Jägers mit Schießgewehr aufgestellt.

Schneewittchen aus Lohr am Main

Schneewittchen (Horrorwittchen) in Lohr am Main

Und dann noch Schneewittchen in Lohr am Main: Früher warb der Ort mit dem Slogan „Lohr, das Spessarttor“. Heute glaubt man fest daran, dass Schneewittchen im Lohrer Schloss als Prinzessin gelebt hat und bei kleinwüchsigen Bergleuten in BieberZuflucht vor der bösen Stiefmutter gefunden hat. Daher jetzt der Zusatz Schneewittchenstadt.

Ein genialer Marketing-Gag war es, als die Stadt für teures Geld eine merkwürdige Schneewittchen-Figur fertigen und vor der neuen Stadthalle aufstellen ließ. Über die Grenzen Deutschlands hinaus berichteten Medien vom Lohrer „Horrorwittchen“ und machten damit Werbung für Lohr.

Spessart-Fakten

Im südlichen Teil des Spessart liegt das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands mit den berühmten Spessarteichen. Im Mittelalter war hier königlicher Bannwald. Nur der König und seine Gefolgschaft durften hier jagen bzw. das Holz nutzen. Später ging das Jagdrecht auf die Landesherren über. Heute ist hier großflächiger Adelsbesitz bzw. bayerischer Staatsfort.

Landwirtschaft im Spessart

Landwirtschaft im Spessart war wohl nie sonderlich ertragreich. Nur in einigen Randgebieten gibt es fruchtbare Lössböden für Ackerbau. Mit großer Mühe wurden früher die Wiesentäler überall mit Bewässerungsanlagen ausgestattet, um mehrere Heuernten im Jahr zu erzielen. Viele dieser Wiesentäler stehen heute unter Naturschutz. Insgesamt gibt es im Spessart ca. 90 Naturschutzgebiete.

Forstwirtschaft im Spessart

Es bleibt die Forstwirtschaft. Der Klimawandel stellt auch diese heute vor große Herausforderungen: Fichten und Kiefern leiden mit ihren flachen Wurzeln unter der Trockenheit der letzten Jahre und dem Borkenkäfer. Auch der häufigste Laubbaum des Spessart, die Buche, verträgt Trockenheit und Wärme nicht so gut wie erhofft. Deutlich besser scheint dagegen die Eiche mit dem Klimawandel zurecht zu kommen. Mehr dazu siehe unter „Der Wald im Spessart„.

Glashütten und Eisenhämmer

Vor 300 Jahren war der Spessart eine blühende Industrielandschaft. Große Glashütten mit eigenen Wohnsiedlungen, die modernsten Eisenhämmer ihrer Zeit, Köhler, Mühlen und etwas Erzbergbau bestimmten die Wirtschaft. 100 Jahre später war dann von dieser Herrlichkeit nicht mehr viel übrig: Dampfmaschinen waren der Wasserkraft überlegen und die Industriestandorte lagen nicht mehr in den engen Spessarttälern, sondern im weiträumigen und ebenen Vorland entlang der neu entstandenen Eisenbahnstrecken. Es begann eine Zeit des Niederganges, Der Spessart bekam das Image einer abgehängten Armutsregion.

Die Not im Spessart

Durch 2 Publikationen rückte die Not im Spessart in den allgemeinen Focus. Zum einen durch den landesweiten Spendenaufruf für die verarmten Bewohner von Orb aus dem Jahr 1836.

Zum zweiten durch den aufrüttelnden Bericht über die „Noth im Spessart“. Als im Jahre 1851 im Spessart Typhusfälle auftraten, wurde der Würzburger Pathologe und Universitätsprofessor Rudolf Virchow von der bayerischen Regierung beauftragt, die Lage im Spessart zu untersuchen. Im Jahr 1852 reiste er 2 Wochen lang durch den Spessart und verfasste dann unter dem Titel „Die Noth im Spessart“ einen ausführlichen Bericht. Er ist auch heute noch lesenswert. Und er hat das Bild vom Spessart ähnlich stark geprägt wie hundert Jahre später der Film „Das Wirtshaus im Spessart“.

Die Entwicklung des Spessart nach 1950

Zwei Ereignisse sorgten nach 1950 für einen starken Entwicklungsschub: Der Bau der Spessartautobahn, wobei über Jahre hinweg viele Arbeitsplätze entstanden. Mit dem verdienten Geld wurden dann aus billigen Zementsteinen nicht schöne, aber große Häuser gebaut.
Und der Film „das Wirtshaus im Spessart“, der ein romantisch verklärtes Spessartbild weit über die Grenzen Deutschlands hinaus verbreitete und den Tourismus stark ankurbelte.
Überall wurden in den neu gebauten Häusern Pensionen eingerichtet. Sie boten den Frauen eine eigenständige Verdienstmöglichkeit.

Zum Autor

Alle Fotos und Texte (mit Ausnahme von gekennzeichneten Zitaten) stammen von Ulrich Prantl. Er war im früheren Leben Lehrer an einem bayerischen Gymnasium. Seit seiner Pensionierung beschäftigt er sich besonders mit dem Spessart. Das Ergebnis ist diese Seite.

Der Geschichtsverein Lohr bietet viele Informationen und weiterführende Links zur Geschichte des Spessart. Hervorzuheben sind die im Volltext verfügbaren herausragenden Arbeiten von Dr. Theodor Ruf zu der Grafen von Rieneck.

Wer sich für Mineralogie und Geologie interessiet, kommt an der Seite spessartit von Joachim Lorenz nicht vorbei. Noch mehr Informationen zum Thema bietet sein Buch Spessartsteine (Großformat, 910 Seiten, 39,00 €)

Das archäologische Spessartprojekt ist an der Universität Würzburg angesiedelt. Es beschäftigt sich mit allen Aspekten der Kulturlandschaft Spessart. Ein wichtiges Ergebnis sind die Kulturwanderwege (siehe oben).

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für das Lob.
    Die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit sehe ich auch als Problem. Bei google steht die Seite an erster Stelle, wenn man „Spessart Bilder“ sucht. Sucht man nur nach „Spessart“, erscheint sie gar nicht. Die Suche bei bing ist wesentlich aktueller und meine Seite wird dort besser gefunden. Bei der Suche nach „der Spessart“ ist sie auf der ersten Seite aufgeführt. Wird nur nach „Spessart“ gesucht, ist sie derzeit auf Seite 5 mit steigender Tendenz. Mir war lange nicht bewusst, dass google und bing sich doch deutlich unterscheiden. Inzwischen suche ich öfter auch bei bing.
    Spessart-tourismus, komood und spessart-mainland sind Seiten, die etwas verkaufen wollen. Sie werden einen Teufel tun und einen – so sehen sie es – Konkurrenten pushen.

  2. Die Sammlung „Spessartbilder“ ist für jeden, der sich näher mit dem Thema „Spessart“ beschäftigen möchte, eine große Fundgrube. Aufbau und Gestaltung sind überzeugend, die Texte dokumentieren eine hohe Fähigkeit, auch komplexe Sachverhalte knapp und gut verständlich darzustellen und die Fotos sind teilweise von einer Qualität, wie man sie in keiner der gängigen Publikationen findet. Man kann Ulrich Prantl dazu nur gratulieren und ihm danken: eine jederzeit erweiterbare Präsentation dieser Art ist eigentlich den meisten Büchern überlegen. Schade ist nur, dass man bei Google zur Eingabe „Spessart“ keinen Hinweis auf „Spessartbilder“ erhält. Das gleiche gilt, wenn ich nichts übersehen habe, für „Spessart Sehenswürdigkeiten“ sowie andere einschlägige Angebote wie https://www.spessart-tourismus.de/, https://www.spessart-mainland.de/sehenswuerdigkeiten.html und https://www.komoot.de/guide/211935/ausflugsziele-im-spessart.

    Die beste Sammlung von Bildern und einführenden Texten zu diesem Thema, die es wohl gibt, ist dort nicht zu finden. Das sollte – nicht zuletzt auch zur Information von Besuchern und Touristen – dringend geändert werden.

    Dr. Stefan Krimm

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